Reisebericht Mitte Januar bis Anfang März 2010 von Anneliese Woll

Bei meiner Ankunft auf dem Bandaranayake Airport ist es schon in den frühen Morgenstunden drückend warm. Ein großer Temperaturunterschied zu den eisigen Minusgraden bei meinem Abflug in Frankfurt.
Das muss der Körper erst mal verkraften.
Meiner hat darauf mit einer Bronchitis und Husten reagiert. Ich musste sogar einen Arzt in Galle aufsuchen,der mir jede Menge bunte Tabletten verschrieben hat. Leider alle ohne Beipackzettel. Die entsprechende Anzahl wird in der Apotheke aus einer Großpackung rausgenommen und dem Patienten ausgehändigt. Das Vertrauen in Arzt und Apotheker ist hier grenzenlos. Nach zwei Wochen hatte ich das Meiste überwunden.
Ein Glück, dass ich die Kinder nicht angesteckt habe.
Die sind alle gesund und munter. Die beiden neuen Mädchen, die seit Oktober 2009 bei uns leben, haben sich schnell in die Gemeinschaft eingelebt. Tarushi ist fünf Jahre alt und ihre Schwester Ishara acht.
Tarushi und ihre Schwester Ishara
Legosteine sind sehr beliebt alle Kinder lieben Lego
beim Spielen vergessen die Kinder oft, dass sie noch Hausaufgaben für die Schule erledigen müssen
von den vielen bunten Legosteinen sind auch sie begeistert
Tarushi und ihre Schwester Ishara leben seit Oktober 2009 bei uns

Der Vater hat seine junge Frau und die vier kleinen Kinder wegen einer anderen Frau verlassen. Die Mutter, die als Teepflückerin arbeitete, versucht nun allein ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die achtjährige Ishara, ein für sein Alter sehr ernstes Mädchen, musste schon seit Jahren auf die anderen Geschwister aufpassen, wenn die Mutter bei der Arbeit war. Die Mutter hat vor einem Monat einen Sohn geboren, der jetzt noch bei ihr ist. Die Behörden haben den älteren Sohn in ein Kinderheim für Jungen eingewiesen, die beiden Mädchen kamen zu uns. Der Vater kümmert sich nicht um seine Familie. Viele Männer in Sri Lanka sind verantwortungslos und egoistisch.

Die Mutter hat bereits schon zweimal mit dem Baby ihre beiden Töchter bei uns im Haus besucht. Besonders für die fünfjährige Tarushi ist es sehr schwer, wenn die Mutter wieder mit dem Baby weggeht und sie hier bleiben muss.Oft weint sie. Was mag in diesem Kind vorgehen. Wie schwer muss es auch für die Mutter sein, dass ihr ihre Kinder weggenommen wurden.

Sie hat unserer Betreuerin erzählt, dass sie sich ein neues Leben im mittleren Osten aufbauen will. Sie wird wohl auch dieses Baby weggeben.
Eine Lehrerin aus der Schule in Mabotuwana, die selbst keine Kinder bekommen kann, hat bereits angedeutet, dass sie und ihr Mann an der Adoption des kleinen Jungen interessiert sind.
Welches Schicksal wird auf dieses Kind zukommen?

Fast jedes unserer Kinder hat ein ähnliches Schicksal erlebt. Bei fast allen Kindern gibt es keine feste Bindung zu Vater oder Mutter, obwohl diese noch leben.

Sangeetha und Jayani So auch bei den Schwestern Sangitha und Jayani. Die Eltern sind geschieden. Der Vater ist ständig betrunken und nimmt Drogen. Die Mutter lebt jetzt mit einem anderen Mann zusammen und hat noch nie nach den beiden gefragt. Die Familie des Vaters handelt mit Drogen, was auch in Sri Lanka streng verboten ist. Sangitha und Jayani haben bei der Schwester des Vaters gelebt und wurden von ihr als Drogenkuriere mißbraucht. Ihre eigenen Kinder hat sie niemals zum Drogentransport benutzt, aber bei den beiden war es ihr egal. Die Kinder bekamen feine Kleider angezogen, so als ob sie gerade zu einer Hochzeitsfeier unterwegs wären. In Wirklichkeit waren die Kleider mit Drogenpäckchen vollgestopft. Extra Taschen waren dafür in den Kleidern eingenäht. Die Kinder wurden von der Polizei erwischt und dem Jugendamt übergeben. Noch nie hat jemand von der Familie die beiden bei uns besucht.

Wie mir Sangitha erzählt hat, wollte die Mutter Jayani während der Schwangerschaft abtreiben und hat deshalb irgendwelche Tabletten geschluckt. Das Vorhaben mißlang, das Kind überlebte ...kleinwüchsig ....
Jayani wird dieses Jahr zehn Jahre alt, ist aber nicht viel größer als die vierjährige Nisansala.

Sangitha und ihre Schwester Jayani

Die Kinder sind so dankbar für jede noch so kleine Anerkennung, zärtliche Umarmung und Aufmerksamkeit. Es wird sehr lange dauern, bis ihre kleinen, geschundenen Seelen wieder etwas geheilt sind.
Aber sie werden wohl immer von einer heilen Welt mit Mutter, Vater und den Geschwistern träumen… die es leider nicht geben wird.

Für Tarushi hat der Ernst des Lebens begonnen. Seit Januar besucht sie die Schule in Mabotuwana. Vinitha hat sie am ersten Schultag zur Schule begleitet. Jetzt geht sie aber tapfer jeden Morgen mit den anderen Kindern zum Schulbus.

Tarushis erster Schultag
Vinitha begleitet Tarushi zur Schule
morgens um 7 Uhr gehen die Kinder zum Schulbus
aber gleich am nächsten Tag geht sie mit den anderen Kindern zum Schulbus
Tarushi an ihrem ersten Schultag Vinitha bringt Tarushi zur Schule

Gerade weil sie von Vater und Mutter und den anderen Verwandten enttäuscht wurden, ist es für die Kinder so schwer zu verstehen, dass wildfremde Menschen aus einem unbekannten Land das Deutschland heißt, Geld für sie spenden, damit sie in einem Kinderheim behütet aufwachsen können.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass Menschen aus Deutschland hierher in unser Heim kommen und den Kindern zeigen, dass wir es ernst meinen mit unserer Verantwortung ihnen gegenüber.
Dass wir unser Versprechen auch auf Dauer halten und immer zu unserem Wort stehen werden.

Klaus und Monika Hasemann aus Zweibrücken besuchen ihr Patenkind Sewwandi Familie Hasemann mit der kleinen Nisansala Monika überrascht die Kinder mit selbstgebackenen Kuchen
Klaus und Monika Hasemann besuchen ihr Patenkind Sewwandi Auch Sewwandis Schwester Nisansala freut sich über den Besuch Monika überrascht die Kinder mit einem selbstgebackenen Kuchen
Endlich kann Sewwandi ihre Pateneltern persönlich kennenlernen.

Anfang des Jahres war für unsere vierjährige Nisansala der erste Tag im Kindergarten, hier um die Ecke. Ganz stolz war sie, als sie die Kindergartenuniform bekam.

drei Schwestern mit ihrem Bruder
Nisansala in der Kindergartenuniform Dulani bringt Nisansala zum Kindergarten Nisansala im Kindergarten
Nisansala Nisansala und Dulani Nisansala und ihre Lehrerinnen im Kindergarten die Schwestern Disna, Sewwandi und Nisansala zusammen mit ihrem Bruder, der in einem Mönchsorden lebt.

Unser neuer Brunnen ist im Rohbau fertig.

jetzt wird die Decke betoniert, auf der später der Tank stehen soll das Wasser wird später mit einer Pumpe in den Tank befördert die Verputzarbeiten haben begonnen
jetzt wird die Decke betoniert, auf der später der Tank stehen soll das Wasser wird später mit einer Pumpe in den Tank auf dem Dach befördert die Verputzarbeiten haben begonnen
auch die Decke wird sauber verputzt  teilweise sind die Arbeiten recht schwierig auszuführen der Brunnenrohbau ist fertig
auch die Decke wird sauber verputzt teilweise sind die Arbeiten recht schwierig auszuführen der Brunnenrohbau ist fertig
 die Dusch- und Waschplätze werden gefliest von unserem Teegarten hat man einen guten Blick auf den Brunnen Disna zeigt uns, dass sie auch ohne Pumpe Wasser aus dem Brunnen schöpfen kann.
die Dusch- und Waschplätze müssen noch gefliest werden von unserem Teegarten hat man einen guten Blick auf den Brunnen Disna zeigt uns, dass sie auch ohne Pumpe Wasser aus dem Brunnen schöpfen kann.

Zum Glück haben wir Sponsoren für unsere neue Brunnenanlage gefunden. Rund 6000 Euro hat uns der Rohbau gekostet. Dazu kommen noch die Kosten für die Fliesenarbeiten und den Stromanschluss, der von dem Stromversorger gelegt werden muss. Auch die restlichen Drainagerohre müssen noch verlegt werden.Das Brunnenwasser hat eine gute Qualität und ist in grosser Menge vorrätig. Ich hoffe, dass dieser Brunnen nicht so schnell versiegen wird. Es ist schon ungewohnt, dass man selbst für seinen Wasservorrat sorgen muss. Bei uns dreht man einfach den Wasserhahn auf und das frische Wasser fließt. Man sollte manchmal bedenken, wie einfach wir es in vielen Dingen haben. Viele Probleme, mit denen die Menschen hier zu kämpfen haben, kennen wir gar nicht. Allein die vielen, winzigen Ameisen, die überall in Massen rumkrabbeln… nichts Essbares darf man in der Küche offen liegen lassen, schon stürzen sie sich drauf. Hier kann man kein Haus so abdichten, dass nicht doch jede Menge Krabbeltiere reinkommen, von den vielen Fliegen und Schnaken ganz zu schweigen. Erst seit ein paar Jahren sind hier Kühlschränke in den Haushalten zu finden. Was bei dieser Hitze eine wirkliche Erleichterung ist. Aber bei Weitem nicht jede Familie kann sich einen Kühlschrank leisten. Dann wird es mit den Vorräten für die Küche schwierig. Wenn nicht die Hitze die Lebensmittel verdirbt, dann sind es die ungebetenen Tiere, die über die Küchenvorräte herfallen. Ach wie leicht haben wir es doch in Deutschland und wissen es oft nicht zu schätzen.

In unserem Küchenanbau, der 2008 im Rohbau fertiggestellt wurde,sind die Wände durch den vielen Rauch und Ruß des offenen Feuers stark verschmutzt.
Ein neuer Anstrich würde hier nur kurze Zeit sauber aussehen. Deshalb haben wir uns entschlossen, den Küchenanbau zu fliesen.

die Küche vor der Renovierung
die Fliesenarbeiten haben begonnen die Fliesenarbeiten haben begonnen
die Küche vor der Renovierung Der Fliesenleger hat bereits mit den Arbeiten begonnen
Das gleiche Problem haben wir auch im Toilettenbereich. Da die Toiletten im Jahre 2005 nur auf dem Fußboden gefliest wurden, sind die Wände durch das feucht-heiße Klima stark mitgenommen.

Auch hier können wir nur mit Wandfliesen für hygienische Verhältnisse sorgen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sind auch die Holztüren teilweise angefault und müssen erneuert werden. Der Schreiner hat schon Maß genommen und fertigt gerade neue Türen an. Wir sind sehr dankbar, dass wir auch bei diesen Arbeiten Sponsoren für die Übernahme der Kosten gefunden haben.

Toiletten mit  Wandfliesen
die Toiletten vor der Renovierung
die Toiletten vor der Renovierung
die Toiletten vor der Renovierung und danach
Der Zahn der Zeit hat auch an unserem Außen- und Innenanstrich genagt. Durch Regen, Wind und starke Sonneneinstrahlung haben auch unsere schönen Holzfenster gelitten.
Um unsere Gebäude zu erhalten, müssen wir in diesem Jahr die Wände außen und innen und auch die Fenster neu streichen lassen.
ein neuer Außenanstrich wird notwendig die Holzfenster brauchen dringend einen neuen Schutzanstrich auch die Kinderhände haben Spuren hinterlassen
nach fünf Jahren muss der Außenanstrich erneuert werden die Holzfenster brauchen dringend einen neuen Schutzanstrich auch die Kinderhände haben ihre Spuren hinterlassen
Wir hoffen, dass die Firma, die die Arbeiten ausführt, zügig und sauber arbeitet, damit der Tagesablauf in unserem Kinderheim nicht all zu sehr gestört wird. Die Monate Mai, Juni und Juli wären für diese Arbeiten ideal, denn es regnet dann normalerweise nicht viel und die Kinder haben in dieser Zeit auch keine Ferien, d.h. sie sind morgens in der Schule.

Unsere Partner in Sri Lanka holen derzeit Kostenvoranschläge ein, damit wir diese Ausgaben bei unseren Unterhaltskosten mit einkalkulieren können.

Vinitha mit Tarushi Vinitha mit Nisansala Ishara, Sewwandi und Sandamali
die kleine Tarushi fühlt sich bei Vinitha sichtlich wohl auch Nisansala ist gern bei Vinitha neue Freundinnen
ein neues Spiel ein Carrom-Spiel die Kinder helfen bei der Gartenarbeit mit
ein neues Spiel aus Deutschland... die Kinder freuen sich In Sri Lanka ist das Carrom-Spiel sehr beliebt die Gartenarbeit macht auch den Kleinen Spaß
Lahiru mit unserem zahmen Streifenhörnchen Gayan mit unserem zahmen Streifenhörnchen herzlichen Dank für die Hilfe
das ist unser zahmes Streifenhörnchen Nice

wenn die Kinder rufen, kommt es gleich angerannt

alle bedanken sich für die große Hilfe

Wir hoffen auch weiter auf Ihre Unterstützung, damit wir unsere Arbeit zum Wohl der Kinder erfolgreich fortsetzen können.

Werden Sie Mitglied in unserem Verein oder übernehmen Sie eine Patenschaft für unsere Kinder oder unser gesamtes Kinderheim.

Auch Spenden auf unser Konto Nr. 74203 bei der Sparkasse Südwestpfalz -BLZ 54250010 - sind willkommen.

unsere Heimfamilie Chatura Kinderheim unsere Kinder


Bitte helfen Sie uns bei unserer großen Aufgabe.

Anneliese Woll

Kinderhilfsprojekt Galle - Sri Lanka e.V.